Volljuristen:

Laut www.glassdoor.de gibt es deutschlandweit knapp 30 Kanzleien, welche Berufseinsteigern mehr als 100.000 € Fixgehalt pro Jahr anbieten!

Lassen Sie sich nicht von solchen Zahlen beeindrucken. Es gibt durchaus noch eine große Anzahl von Volljuristen, welche nicht bereit sind auf ihr gesamtes Privatleben zu verzichten, was bei oben genannten Stellenangeboten mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartet wird.

 

Wie locken Sie Volljuristen in Ihre Kanzlei?

Wie locken und halten Sie dann frische Volljuristen in Ihrer Kanzlei? Wie im ersten Teil dieses Blog Beitrages erwähnt, haben extrinsische Motivationsfaktoren auch ihre Grenzen – sei es die finanzielle Leistungskraft oder der -wille Ihrer Kanzlei.

Junge Anwälte sind nicht nur auf ein maximales Einstiegsgehalt aus. Um jedoch in Zahlen zu sprechen, bewegen sich die Einstiegsgehälter anderer ausgebildeter Akademiker durchschnittlich zwischen 40.000 und 50.000 €. Rechtsanwälte bewegen sich in Sachen Gehalt seit jeher deutlich über dem Durchschnitt. Somit sollten es zum Einstieg schon mehr als 60.000 € jährliches Fixgehalt sein, damit Ihr Angebot auch konkurrenzfähig ist.

 

Nutzen Sie auch intrinsische Motivationsfaktoren?

Wie auch bei anderen Akademikern haben Sie mit (finanziellen) Belohnungen und Anreizen, sprich extrinsischen Motivationsfaktoren, irgendwann den Zenit überschritten. Ein ‘mehr’ an Gehalt oder Boni lohnt sich aus Ihrer Sicht ab einem bestimmten Punkt nicht mehr, da die dadurch erkaufte Motivation zu gering ist. Denken Sie deshalb daran, parallel zu den Extrinsischen auch die Wirksamkeit der intrinsischen Motivatoren zu nutzen.

Egal ob Ihre neuen Anwälte bereits ein paar Jahre Berufserfahrung haben oder direkt aus dem Rechtsreferendariat bei Ihnen anfangen, behandeln Sie sie nicht wie Praktikanten. Vergraulen Sie sie nicht gleich zu Beginn mit dem Überlassen unbeliebter Mandanten und brotlosen Fällen. Das würde die neuen Rechtsanwälte nur schnell wieder zu Ihrer Konkurrenz treiben und bei mehrmaligen Verstößen sogar Ihre Arbeitgeberbewertung negativ beeinflussen.

 

Bewertungen sind wichtig!

Arbeitgeberbewertungen finden Sie beispielsweise auf den folgenden Seiten:
www.xing.com
www.kununu.com
www.glassdoor.de

Kleinere Kanzleien sind hier zwar oft noch nicht gelistet, jedoch können durch die geringe Größe bereits einzelne negative Bewertungen ein schlechtes Licht auf Sie werfen. Positive Online-Bewertungen sind heutzutage wichtiger denn je, um sowohl potentielle Kunden als auch Bewerber von einem Unternehmen bzw. einer Kanzlei zu überzeugen. Bei ihrer Entscheidungsfindung im Jahr 2019 scheinen die Menschen sogar, der kumulierten und anonymisierten Online-Bewertung mehr Gewicht zu geben, als der Meinung eines privaten Kontakts.

Bitte kommen Sie jetzt nicht auf die Idee, sich selbst großflächig gute Bewertungen zu schreiben. Falls viele dieser Bewertungen nicht der Wahrheit entsprechen, wird Ihre Kanzlei deswegen bald umso negativer auffallen. Geben Sie besser Ihren neuen Kanzleimitarbeitern gute Gründe selbst positive und ehrliche Bewertungen zu schreiben.

 

Fairness und Transparenz

Seien Sie deshalb fair bei der Aufgabenverteilung und transparent bei der zukünftigen Entwicklung der Aufgabenbereiche. Ein “Easy to learn – Hard to master” Ansatz motiviert auch Anwälte. Ermöglichen Sie Ihren neuen Rechtsanwälten einen angenehmen Einstieg und nutzen Sie deren natürliche kompetitive Einstellung, um sie im Laufe der Zeit an schwere oder unangenehme Mandate heranzuführen.

Die Zukunftsperspektiven sowohl bezüglich Karriere, Gehalt als auch Aufgabengebieten sind von essentiellem Interesse für Ihre potentiellen neuen Volljuristen. Vergessen Sie deshalb nicht diese Perspektiven im Laufe der Anstellung, im Bewerbungsgespräch und bereits in Ihren Stellenanzeigen zu kommunizieren.

 

Investieren Sie gemeinsam in Know-how

Auch wenn das Jurastudium zu einem der schwersten Studien in Deutschland gehört und die Junganwälte bereits das Referendariat hinter sich haben – in der praktischen Kanzleitätigkeit Ihrer Kanzlei müssen sie erst noch Erfahrung sammeln. Ein lebenslanges Lernen ist bereits heute für den Erfolg von wesentlicher Bedeutung. Ob bessere Sprach-, Fach- oder auch betriebswirtschaftliche Kenntnisse für den Erfolg in Ihrer Kanzlei notwendig sind, wissen Sie selbst am besten.

Für viele junge Akademiker gehört ein gut strukturierter Prozess zur Fortbildung zu den intrinsischen Motivatoren sich für einen Arbeitgeber zu entscheiden.

Das zeigt den Bewerbern, dass die persönliche Entwicklung des Einzelnen im wirtschaftlichen Interesse des gesamten Unternehmens bzw. der Kanzlei liegt.

 

Die Entwicklung des Einzelnen steht im Interesse der Kanzlei!

Kommunizieren Sie das bereits am ersten Kontaktpunkt mit Ihrer Kanzlei – auf Ihrer mehr Mandanten Website.